Sonntag, 27. Juli 2014

Sandalen reviving

Meine Lieblingssandalen waren nicht mehr ansehnlich. An den Spitzen und Fersen abgestoßen, die Innensohle durchgeschwitzt, die Bänder eingerissen. Die Laufsohlen waren noch ganz gut.

Mein Plan: die Sandalen retten.


Mein Vorgehen: ich habe mich mit Skalpell und Teppichmesser bewaffnet, den Schuh auseinandergenommen und so gut wie möglich die vielen Schichten Kleber entfernt, die alles zusammenhielten. Die Riemen und Bänder habe ich versucht zu erhalten, um sie als Vorlage zu verwenden.


Mein Material: Innensohle noch verwendbar, Laufsohle noch verwendbar, übrige Lederteile als Vorlage, Riemchenschnallen auch noch brauchbar
Mein Leder: ein weiches dunkelbraunes Leder und mit Vlies kaschiertes hautfarbenes Leder.
Mein Kleber: Kövulfix. Funktioniert prächtig, vor allem, wenn man ihn gehörig ablüften läßt und die Teile nach dem Zusammenfügen ordentlich mit einem Hammer klopft. Ich hab dazu meinen Fleischklopfer genommen - funktionierte wunderbar! :-)

Die Innensohle habe ich mit dem Leder bezogen - das Leder rundum 2 cm größer als die Sohle zugeschnitten, die Oberseite der Sohle mit Kleber bestrichen, dann das Leder straff darauf gespannt und an der Unterseite festgeklebt.
Die alten Sandalen-Lederteile habe ich geglättet, als Schablone aufs neue Leder gelegt und ausgeschnitten. Fußbänder und Fersenstück sind mit dem kaschiertem Leder unterlegt, zusammengeklebt und rundum knappkantig mit der Nähmaschine abgesteppt.
Die Fußbänder und das Fersenstück wurden auf die Ausparungen der Unterseite der Innensohle geklebt, darüber ein Stück fester Stoff, und darauf dann die Laufsohle geklebt. Mit reichlich Kleber, der eine Stunde abgelüftet ist und danach geklopft. Das sollte ein Weilchen halten! :-)
Das Fesselriemchen ist mit einer Lederschlaufe am Fersenstück befestigt.






Und - hier das Ergebnis: die Sandalen sind wie neu. Sie sehen auch gleich ganz anders aus!
Ich habe noch zwei Paar Sandalen derselben Machart, die auch ein make-over bräuchten... ;-)
Ich bin auch ein wenig, um ganz ehrlich zu sein, sehr stolz auf mich. :-)))
Viele schöne Sommergrüße, Sathiya

verlinkt zu handmade kultur



Edit 7.8.: mehr Sandalen ;-) und noch mehr Sandalen :-)

diese Paare sahen ebefalls alle nicht mehr vorzeigbar aus - 
hier mit dunkelbraunem und rotem Leder überarbeitet sind sie gleich wieder wie neu

diese sind von Grund auf selbst gemacht: die Laufsohlen habe ich aus Sohlenplatten zugeschnitten, die Fußbänder und Fersenstücke sind aus buntem Stoff, die Innensohlen sind mit rosa Veloursleder überzogen. Die Fesselriemchen sind gehäkelt und haben Knöpfe als Verschluß.

Dienstag, 22. Juli 2014

Badenixen Badeanzüge

Nach dem Schnitt KWIK SEW 3153
http://www.spitzen-paradies.de/_deine_dessous_Artikel.asp?AID=814
Badelycra und Zutaten ebenfalls von spitzenparadies.de

Das Besondere an diesem Schnitt ist das integrierte Bustier mit Bikini-Rückenverschluß, was den Badeanzug sehr gut sitzen läßt.
Die ersten beiden Badeanzüge habe ich für meine Große genäht (Größe M), der dritte (in L) ist für mich ( ;-) schon seit vier Jahren im Schwimmbad getestet und für sehr gut befunden). Die Badeanzüge sitzen wirklich gut, auch im nassen Zustand. Zur Verbesserung des Tragegefühles haben die ersten beiden noch ein "cache-coeur" in den Ausschnittbereich eingenäht, was den Badeanzug weniger offenherzig und damit im Wasser wesentlich tragbarer macht. ;-)

Nr. 1 sieht aus wie ein Tankini - dunkelblau mit weißen Streifen und rotem Höschenteil

Nr. 2 ist dunkelblau mit schönen blauen Phantasieblumen, die von der rechten Hüfte aus 
schräg hinauf zum Ausschnitt verlaufen

Nr. 3 - Farbverlauf und Streifen in türkis und purpurviolett

Stoffverbrauch: je Badeanzug ein Stück Badelycra von 70 x 140 cm zw. ein halber Coupon Badeware.
Zutaten: ca. 4,5 Meter Badegummi, dieselbe Menge Badefutter, 40 cm breiter Dessougummi für das Bustier, normales Polyester-Nähgarn, ein Bikiniverschluß

Badeanzüge zu nähen ist nicht so schwer wie es aussieht und in jedem Fall einen Versuch wert. 
Ich wünsche viel Vergnügen! Beste Grüße - Sathiya

verlinkt zu Badenixen Sew Along   (Edit 24.7.: Verlinkung entfernt)
Repost von hier: http://my-sweet-lemons.blogspot.de/2014/05/badeanzug-kwik-sew-3153.html

Kordelsohle - rope sole

The Beauty of a handmade cordsole - wird hier erklärt:
http://crochet-craft-santini.blogspot.de/2013/05/the-beauty-of-handmade-cord-sole.html

Meine Methode: eine Schablone bzw. Form aus drei oder vier Schichten Pappe von außen nach innen mit Kordel füllen und die Kordel Runde für Runde von Hand festkleben. Der Oberrand bekommt mehrere Runden Häkelmaschen zur Stabilisierung.

Zwei Methoden für Kordeln: flechten oder häkeln. Flechten ist am einfachsten, allerdings ist die Länge der Kordel von vorn herein limitiert. Häkeln erlaubt eine genaue Anpassung an die gewünschte Länge.
Methode der Wikinger - lucet cord. Dazu wird eine zweizinkige Holzgabel benutzt und das Garn mit den Fingern über die Zinken gelegt. Lucet cord kann man auch mit einer Häkelnadel herstellen - geht super und greift die Finger nicht so an, vor allem bei Jute-Garn.
Gratis-Anleitung hier:
http://crochet-craft-santini.blogspot.de/2013/04/free-tutorial-for-how-to-make-lucet-cord.html

Die fertige Kordel ist phantastisch, und für diese Kordelsohle super geeignet.

So sehen meine Sling-Ballerinas mit handgemachten Kordelsohlen aus. :-)
Kordel aus Jutegarn von KnorrPrandell.

Ich bin sehr erfreut über das Ergebnis - es gibt ein sehr angenehmes Fußgefühl.



Diese Sohlen werde ich definitiv noch öfter herstellen :-) !
Schönste Sommertage - Sathiya

verlinkt zu art of 66

Donnerstag, 19. Juni 2014

Flipflop - Teppich-Schuhe

Sommerliche Flipflops aus Stoff und Teppich.

Die Laufsohlen sind aus einem Flickenteppichrest ausgeschnitten und mit Schrägband gesäumt. Die Innensohlen habe ich mit dickem Vlies wattiert, abgesteppt und von Hand mit rotem Garn auf die Außensohlen genäht. Die Flipflopriemen sind ehemalige Henkelstücke, die bei meinen Taschenprojekten übriggeblieben waren.




Prima Hausschuhe! Für die Straße muß ich mir noch etwas als Sohlenbeschichtung einfallen lassen, daß die Sohlenfäden nicht zu schnell durchgewetzt sind. Hat vielleicht jemand eine Idee??

Für das Paar habe ich etwa eine Stunde gebraucht.
Schnittmuster: eigener Fußumriß, Bänder am Fuß modelliert ;-)

Schöne Sommerzeit, Sathiya

verlinkt zu art.of.66

Mittwoch, 18. Juni 2014

supercraft

http://www.supercraftlab.de/typo3temp/pics/supercraft_dc9a3600e6.jpg

gefunden: http://www.supercraftlab.de/ (kein Hyperlink, Bild und Text von supercraftlab)

Was ist supercraft?

supercraft sind zweimonatliche DIY-Kits für kreative Selbermacher!
Du bekommst regelmäßig kreative Handarbeits-Projekte inkl. Anleitungen und hochwertigem Material geschickt und wirst mit tollen Ideen inspiriert. (Es gibt ein Abo für drei und eines für sechs Kits.)

supercraft ist für dich, wenn du Überraschungen liebst, gerne schöne Sachen selber machst und dir keine Gedanken um Zubehör machen möchtest.

MACH MEHR SELBST!
Wir haben tolle DIY-Projekte für dich vorbereitet, die viel Spaß machen ... Außerdem überraschen wir dich mit vielen Ideen …!

supercraft Kits sind so konzipiert, dass man, egal wo man sich befindet, anfangen kann, auch wenn man keine Vorkenntnisse hat und keinen Fundus an eigenem Material.

Drin ist, was du daraus machst!

Von uns bekommst du Material und Zubehör in Top-Qualität, ausreichend für viele Stunden DIY-Vergnügen, Anleitungen und Inspiration für verschiedene Handarbeitstechniken und Projekte und das alles praktisch zu dir nach Hause. Außerdem wächst die supercraft Community und du bist herzlich eingeladen, Teil von ihr zu sein und mitzumachen.

Der Gedanke hinter supercraft ist simpel: Wir wollen viele Menschen dazu inspirieren, mehr selbst zu machen und die Liebe zur kreativen (Hand)-Arbeit für sich zu entdecken.

Wir möchten mehr Menschen die kreative Handarbeit näher bringen und sie in ihrem Alltag inspirieren, mehr selbst zu machen. Handarbeiten entspannt und ist gleichzeitig produktiv. Man nimmt sich Zeit für sich und kann neue Fähigkeiten lernen oder ausbauen. Außerdem wird man sensibilisiert dafür, wie viel Arbeit und Zeit in Selbstgemachtem steckt - und ist umso mehr stolz darauf, etwas Eigenes gemacht zu haben.

So schön die Idee an sich ist – es bleibt was zu kritisieren. (tut es das nicht immer – bei mir?)
Gibt es nicht schon genügend bunte unwiderstehlich aufgemachte Mitmachzeitschriften mit Bastelkram-Komponenten, die bei bravem regelmäßigem Nachkaufen irgendwann ein selbstgemachtes Ganzes ergeben?

Die Idee dahinter: Freizeitbeschäftigung für Frauen, die eigentlich schon alles haben und nun nach einem Sinn im Leben suchen, indem sie etwas TUN, indem sie ein PROJEKT anfangen, bei dem sie auf ihrer Hände Arbeit stolz sein können – mit Basteleien. Tut mir ja leid, daß ich das so sehe – aber solche Basteleien habe ich in meiner Grundschulzeit zuhause gemacht. Ohne jede Anleitung, ohne „hochwertiges Material“, einfach aus dem, was da war.

Oder ist es ein Zeichen der Zeit? So wie es Fertiggerichte und Mikrowellengerichte gibt – gibt es nun Kreativkits. Aufwärmen, ein Perlchen oder Paillettchen dran – fertig ist das individuelle Kreativgericht.

Aber ich sehe auch das Positive, Mitreißende, Innovative.
Aus unternehmerischer Sicht ist das supercraftlab eine glänzende Idee. Mir gefällt auch die Philosophie dahinter – die Menschen für den Wert der Handarbeit an sich zu sensibilisieren, ihnen anhand der eigenen Erfahrung aufzuzeigen, daß gut Ding Weile braucht und daß künstlerisch und handwerklich hochwertige Dinge nicht einfach mal so ruckzuck entstehen. Warum dem Ganzen nicht eine Chance geben, warum nicht ein ganzes Jahr lang die eigenen kreativen Fähigkeiten testen, und vielleicht etwas ganz neues Unvorhergesehenes, Überraschendes daraus machen?

Drin ist, was Du daraus machst. Wie wahr. :-)
Auf zum supercraften! :-))

Schönste Grüße - Sathiya

Freitag, 6. Juni 2014

Badeanzug/Bikini-Sew Along

Es gibt einen swim wear sew along bei Faden verloren
(http://lottikatzkowski.blogspot.de/2014/06/bikini-sew-along.html)

Ich werde nicht mitmachen, den Beiträgen aber sehr interessiert folgen.
Und ich habe in den Kommentaren sogar schon etwas gefunden: den tollen Schwimm-Dress SOMA von der neuseeländischen Seite papercutpatterns. Genial!
http://papercutpatterns.com/products/soma-swimsuit-1

Ich habe meinen Bademodenplan dieses Jahr schon erfüllt, bin aber in großer Versuchung, das Schnittmuster auszuprobieren. Anyone to hinder me?!

Dieses Teil scheint mir auch geeignet, für Frauen, die eventuell nicht soviel zeigen wollen: http://papercutpatterns.com/products/pneuma-tank
(und zwar nicht nur als Sportmode, sondern auch zum Baden. Das BH-Teil aus Badelycra, das darüberflatternde Top-Teil einfach aus dünnerem Badelycra oder Wäschetüll arbeiten.)

Cooles Duo: das Tank-Top in Kombination mit dieser Leggings:
http://papercutpatterns.com/products/ooh-la-leggings
Ein heißes Teilchen. Besonderheit und geniales Extra sind die straps-like Nähte.

Viele liebe Grüße, Sathiya

Mittwoch, 4. Juni 2014

Herzchenschürze

heute beim me made mittwoch

Material: beschichteter wasserabweisende Baumwollstoff in hellgrün mit weißen Punkten, Kontrast- und Futterstoff bedruckte und uni Baumwollstoffe

Entwurf: eigenes Schnittmuster nach dem Foto einer Vintage-Schürze

Eigenschaften:
Schurz in Herzform mit sanfter Spitze, zwei aufgesetzte Taschen in Herzchenform, Brustlatz in schöner Herzform
alle Herzchenteile sind mit Baumwollstoff unterlegt und mit Schrägband eingefaßt.
Bindeband aus Kontraststoff aus Baumwolle in weiß mit grünen Punkten

 Außenansicht (noch ohne Träger)

 Innenansicht

Aus der Entstehung: Bindeband in Kontrastfarbe 
+ Blick in das Innenleben der Herzchentaschen und des Brustlatzes

Bilder am Modell

 Ansicht von vorn, von hinten, seitlich, überkreuzte breite Träger

 herziges Extra: Herzchenknöpfe

Liebe Grüße, Sathiya

Freitag, 30. Mai 2014

Espadrilles

Darauf habe ich sehnsüchtig gewartet! Sohlen! Kordelsohlen für Espadrilles!

Prym hat endlich die Zeichen der Selbermacher-Zeit auch Schuhe betreffend erkannt und bietet seit diesem Frühjahr geniale Kordelsohlen für Espadrilles an.
Nicht nur die Sohlen allein, auch Espadrilles-Stoff, Espadrilles-Kreativgarn, Espadrilles-Lining, was die kreative Frau für ihre selbstgemachten Stoffschuhe eben so braucht. Die Kordelsohlen sind stabil, flexibel, von mittlerer Dicke und haben eine durchgehende Gummilaufsohle. Eine super Sache! :-)
Die Sohlen sind in allen gängigen Damengrößen zu bekommen, inklusive eines Basic-Schnittmusters und der Online-Anleitung.

Das Prinzip ist denkbar einfach: die Oberstoffteile für Fußkappe und Fersenteil werden zugeschnitten, mit Futterstoff gedoppelt und mit einfachem Überwendlingstich an der Sohle festgenäht.

Der Oberstoff ist weißer Baumwoll-Kanvas, mit einfachem Baumwollstoff gedoppelt und mit farbigem Häkelgarn zusammengenäht.

Extras: mit kleiner Schnürung aus bunter Luftmaschenkette und selbstgenähten Einlegesohlen

Sommer-Einlegesohlen aus zwei Lagen festen Volumenvlies, Oberstoff bunter Baumwolldruck, Unterstoff Jeans, freihand gequiltet

 bequem, luftig und schick - meine neuen Sommerschuhe!

Es gibt nur eines, was mir nicht so gut gefallen will: der Packungsaufdruck "Prym Quality - Made in China".
Aber naja. Ich werde meine Schuhe trotzdem tragen. Der Rest ist ja made by me. ;-)

Viele Grüße, Sathiya

Sonntag, 26. Januar 2014

Gedanken über die Paßform

Die Paßform der aktuellen Bekleidung ist ein Thema, das mich schon länger beschäftigt. Genaugenommen denke ich jedesmal darüber nach, wenn ich einen Modeschnitt an meine Maße anpasse und mich über die Ärmel ärgere und wundere.
Als Jugendliche und Erwachsene habe ich mit Vorliebe oversized Herrenhemden getragen - da sie bequem und lässig weit waren und im Schulter- und Armbereich unglaublich viel Bewegungsfreiheit boten. Als ich begann, Damenblusen zu tragen, hatte ich von Anfang an Schwierigkeiten mit den Ärmeln: sie verboten es mir nahezu, meine Arme bequem in eine Position oberhalb des Ellenbogens zu heben. Ich fühlte mich wie gefesselt, und das fühlte sich in Damenjacken; Kostümjacken und Blazern nicht viel anders ab. Moderne Jersey-Shirts sind ebenfalls so geschnitten, daß die Arme möglichst dicht am Körper gehalten werden müssen, damit es gut aussieht, nur fällt das Unkomfortable des Schnittes wegen des stretchigen Materials nicht so auf.

Was genau ist Paßform?
Die Paßform eines Kleidungsstückes wird einerseits von der Art und Weise bestimmt, wie es den Körper umhüllt, und andererseits von der aktuellen Mode beeinflußt.
Lustige Paßform-Desaster kann man häufig bei Prominenten beobachten: Kleider und Röcke sind so eng, daß die Frauen ihre Beine kaum bewegen können und die wenigen Stufen zur Bühne kaum ohne Hilfe heraufkommen, Kostüme desgleichen, daß frau kaum allein aus der Limousine aussteigen kann, Männersakkos so eng, daß sich das Übervolumen seinen Weg nach dem Prinzip des geringsten Widerstandes sucht, aufklaffende Knopfleisten an Herrenhemden. Von aufblitzenden Gesäßen in tiefgeschnittenen Hüfthosen, wenn sich ihre Träger/innen in tiefer Hocke befinden, und übertief ansgeschnittenen Oberteilen zwei Nummern kleiner will ich gar nicht sprechen...
Es ist auch traurig zu beobachten, wie sehr das Tragen von Jeans die Beweglichkeit der Beine und Hüften einschränkt. Diese Einschränkung beginnt schon im Krabbelalter (wer einmal unvoreingenommen Kleinkinder in den ach so süüßen handelsüblichen 5Pocket-Minijeans krabbeln gesehen hat, dem muß aufgefallen sein, wie sehr diese starre enge Hose die Beweglichkeit der Beine einschränkt, das Kind nahezu fesselt), und setzt sich bis zum Erwachsenenalter fort.

Mein Problem sind allerdings nicht die Hosen, sondern die Ärmel.
Und zwar besonders die Kugelärmel, deren höchste Eleganz und Schönheit im "glatten Fall" liegt (also nach unten hängend, statisch und unbewegt in Ruheposition), wie bei klassischen Herrenjacken und neuzeitlichen figurbetonten Damenblusen, Kostümjacken und Damenmänteln.
Da liegt auch gleich mein Problem - ich lasse meine Arme nur ungern hängen. Bei mir bringt die ganze Schönheit eines Modelles im Statuenmodus nichts, ich empfinde das als unbequem. Sogar sehr. Ich kann es nicht leiden, wenn die ganze Jacke sich mitbewegt, wenn ich mir kurz die Brille auf der Nase zurechtrücke, und ich durch unangenehmen Druck ständig daran errinnert werde, eine mir in Bewegung zu enge Jacke zu tragen.
Ich bin nicht die einzige, die kritisch darüber denkt. Es gibt einige Diskussionen auf Blogs und in Foren, in welchem über die Paßform von Ärmeln diskutiert wird und versucht wird, das Problem zu beheben, ohne die Optik des Kleidungsstückes zu verändern, oder sich eben die Schwächen der Konstruktion an sich schön zu reden. Ich verstehe den Grund dieser Diskussionen, aber nicht die Beharrlichkeit. Warum über etwas diskutieren, was von sich aus nicht lösbar ist, zumindest mit den zur Verfügung stehenden Materialien nicht?

Was tun? Ich habe für mich entschieden, diesen Mangel an Bewegungsfreiheit nicht länger hinzunehmen und ändere meine Schnitte entsprechend durch Mehrweite in den Ärmeln ab. Schon ist alles superbequem und sieht auch noch gut aus.
In den 80er Jahren waren durchaus bequeme und schicke Damensachen in Mode, mit weiten Ärmeln, bequem und beweglich geschnitten, dabei durchaus auch rasant auf Figur gebracht. Das hat mir immer gut gefallen. Vielleicht bin ich zu sehr ein Kind meiner Zeit...?? ;-)

Let´s sew - Sathiya

Dienstag, 26. November 2013

Poncho á Handmade Kultur

Es gibt seit einigen Jahren ein Do it yourself Magazin - Handmade Kultur. Als Printausgabe und auch als Online-Auftritt. Interessante Seite, man kann unter anderem seinen eigenen Kreativblog oder auch Shop vorstellen. Es gibt Tips und Tricks, Anleitungen zum Selbermachen, Märkte, Einkaufstips, ... Es werden sogar einige kostenlose Schnittmuster-Downloads angeboten.

Ich habe online gestöbert und habe etwas cooles entdeckt. :-)
Ab und zu gibt es auch ein kostenloses Schnittmuster, das so einfach, zeitlos und dennoch wandelbar ist, daß sogar ich davon begeistert bin. Ich habe mich in den Poncho aus der Ausgabe 1/2013 verliebt und das Schnittmuster runtergeladen.

Hier ist er: ein Poncho aus schwarzem Wollstoff, die gestreifte Außenborte ist in Patchworktechnik extra genäht und angesetzt. Die Kapuze ist schwarz, mit roter Außenkante. Aufgesetzte Taschen (die waren nicht im Schnittmuster enthalten - aber ich finde Taschen bei Winterjacken praktisch), Verschluß mit alten kupferfarbenen Knöpfen (original vorgesehen war ein Reißverschluß).


Größe: groß bzw. lang.
Im Schnittmuster war nur eine Größe angegeben - one suits all, sozusagen.
Ich werde noch lange Handschuhe oder Armstulpen brauchen, damit der Poncho auch winterfest wird. Die Stricknadeln sind schon am Start...


Material: 1,5 Meter schwarzer Wollflausch, Reste von rotem und hellbraunem Mantelstoff, Restchen Pannésamt als Dekostoff, 1,5 Meter leichter Futterstoff, 4 Knöpfe, rotes und schwarzes Nähgarn

Fazit: tolles Teil! Trägt sich gut, ist warm und schwingt beim Gehen und Sich drehen derart sensationell, daß man sich ganz glamourös fühlt. ;-) Der Fahrrad-Test ist für den Sonntag geplant.


Das kleine Fotomodell hatte einen Riesenspaß damit. :-)) Rechts liegt sie übrigens auf einem großen Gymnastikball und hat den Poncho wie eine Decke darübergespannt - sie ist nicht in Wirklichkeit so dick... ;-)

Schöne Grüße, Sathiya

verlinkt zu creadienstag

Sonntag, 17. November 2013

Weihnachtskleid 2013 Sew-Along

Die Nähbloggerinnen machen wieder ein Weihnachtskleid Sew-Along, wie auch schon die letzten zwei Jahre.
Ich werde zwar selbst nicht mitmachen (mal sehen: höchstens das Ergebnis verlinken), nehme es aber zum Anlaß, ein festliches Kleid für mich zu schneidern.
Das in Frage kommende Modell habe ich schon seit einem Jahr beliebäugelt, es ist das
Modell 144 aus der Burdastyle 12/2012.

 Bildquelle: Burdastyle

Ich werde das Kleid etwas länger machen und das Rockteil nach etwas weniger boule-artig auslaufen lassen. Dazu gibt es ein Cape, das ich mir hiervon abgeschaut habe: http://toscaminni.blogspot.de/2013/08/ronja-und-rachele.html

Ein Winternachtstraum. :-))

Let´s sew!!

Liebe Grüße, Sathiya

Mittwoch, 25. September 2013

Schräg geringelt

Seit ich im Frühjahr dieses Shirt gesehen hatte, und selbst eines hier genäht hatten, wollte ich unbedingt noch eines nähen, bei dem ich nicht wegen Stoffknappheit Zugeständnisse ans Design machen müsste. Ich fand letzte Woche einen tollen Stoff zum Sonderpreis (bei Karstadt - Zufall!) - und meine Große hatte auch noch ein Geburtstagsgeschenk bei mir gut. Heute hatte ich Muße, es gleich zuzuschneiden und zusammenzusetzen.
Modell: meine Große




Hier ist es. Nach einem Basic-Schnitt von Ottobre-Woman, mit dreiviertellangen Ärmeln. Vorn und hinten spiegelsymmetrisch zugeschnitten. Der Halsausschnitt ist mit schrägem Band eingefaßt.
Material: Baumwolljersey mit Elasthan in neonpink und mittelgrau (wirklich grellpink, wie ein Marker!)

Pretty in pink und Blumen und gute Laune pur (Models: meine Große und meine Jüngste)! :-)  

Schöne erste Herbsttage, Sathiya

Das Shirt wird mittlerweile viel getragen, so auch heute, am Mittwoch, was ich zum Anlaß nehme, wieder einmal mit einem Beitrag am Me-made-Mittwoch teilzunehmen. 
Ich kann auch schon etwas zum Verhalten des Shirts in der Waschmaschine sagen: wirklich perfekt. Kein Verzug, kein Farbenausbluten, so gut wie bügelfrei. Dieser Jersey ist sehr gut.

verlinkt zu memademittwoch.blogspot.de

Re-Post von Sathiya 1

Samstag, 29. Juni 2013

Dessous nähen - schneeweißer BH 3

D e s s o u s   n ä h e n   -   S o m m e r l a u n e   2  

Ein Making-Of in drei Teilen 
Teil 3: Träger, Verschluß, Finish

 rückwärtiges Brustband an den Verschluß anpassen, Stoff gegebenfalls zurechtschneiden
offenen Kante ausmessen, Wäschegummi 15 % kürzer zuschneiden, feststecken

 mit Zickzack 3-3 von rechts gedehnt feststeppen, nach innen legen, nochmals mit Zickzack 3-3 festnähen
Verschlüsse (Haken an der rechten Seite, Ösen linke Seite) feststecken, mit schmalem Zickzack feststeppen

Bügel von der Seite aus ins Bügelband einschieben, 
seitlich knapp vom Rand mit schmalem, dichtem Zickzack verriegeln
Ansicht von innen - sauber genäht!  :-)

 Schulterträger - aus Stoff und Powernet zur Stabilisierung

längs zweimal wie gezeigt falten, mit Nadeln feststecken und mit Zickzack 3-3 einmal auf jeder Seite steppen, dabei die offene Kante übernähen

 also: doppelte Reihe Zickzack-Steppnähte

 Vorbereitung Trägerkonstruktion - Stoffträger, Schulterband, Schieber (je Träger 1 Paar)
Schulterband (aus Gummi) wie gezeigt durchfädeln, feststecken und mit Zickzack 2-1 (Stichbreite 2, Stichlänge 1) feststeppen

Stoffträger wie gezeigt einfädeln und feststeppen, Zickzack 2-1

je einen Stoffträger und Schulterband wie gezeigt einfädeln
und glattziehen

 So sieht es von oben aus

 Stoffträger am Cup und Schulterband am Rückenausschnitt feststecken, mit Zickzack 2-1 festnähen

so etwa  ;-)

 der vollendete BH - Ansicht von vorn

von rückwärtige Ansicht - gut gemacht!
Als kleines Highlight kann noch eine Mini-Schleife oder andere BH-Deko angebracht werden, Art und Platz nach Belieben

Vor dem Anziehen etwas dehnen, damit die Hilfsheftnähte nachgeben, und der BH bequemer sitzt.

Viel Vergnügen und gutes Gelingen, Sathiya